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Am Himmel ist die Hölle los

Charterflüge sind riskanter als Linienflüge / Hochsaison am gefährlichsten

Frankfurt am Main (tdt) – Vier Flugzeugabstürze in vier Wochen mit 420 Toten: Selten zuvor gab es eine so schwarze Serie im internationalen Luftverkehr wie in diesem Sommer.

Zwar sei Fliegen insgesamt nicht gefährlicher geworden, sagt Tim van Beveren, Pilot und Autor eines jetzt erschienenen Fachbuches („Das Risiko fliegt mit“, Eichborn-Verlag, 304 Seiten, 19,90 Euro). Doch würden die Sicherheitsnetze nicht mehr so eng geknüpft. „Es wird oft am falschen Ende gespart. “

Urlauber auf Chartermaschinen gehen dabei offenbar ein größeres Wagnis ein als Reisende an Bord von Linienjets. Laut dem Schweizer Bureau d´Archives des accidents aéronautique (BAAA) sind Ferienflüge 17 Mal riskanter als Linienflüge, obwohl sechs von zehn Passagen weltweit in Linienflugzeugen stattfinden. Diese Maschinen sind aber nur in weniger als ein Drittel aller Unglücke verwickelt.

Das größte Risiko besteht für Flugreisende in Afrika und Südamerika, wobei in manchen Regionen der Welt Fliegen fast zur Glückssache gerät: Eine Studie der International Civil Aviation Organization (ICAO) ergab jetzt, dass 30 Länder einheimische Gesellschaften nur oberflächlich kontrollieren. In 15 Staaten könnte das „sehr schwerwiegende“ Folgen haben, kommentiert Michel Wachenheim, Chef der französischen Behörde für Luftsicherheit.

Der Fachmann kritisiert, dass es innerhalb des ICAO-Systems keine Verpflichtung gibt, Sicherheitsverstöße anderen Staaten mitzuteilen Stelle ein Land einer einheimischen Airline ein Sicherheitszertifikat aus, „dann glauben wir das“. Bestünden Zweifel am Standard und der Ernsthaftigkeit der Inspektionen, könne man nur eines tun – das jeweilige Land auffordern, die Kontrollen zu verbessern.

Ins Visier der Experten geraten auch Billigflieger. Thomas von Sturm von der Pilotenorganisation Vereinigung Cockpit (VC) sieht im Preiskampf der Aldi-Airlines eine große Sicherheitsgefahr: „Sie sparen an Stellen, von denen man besser die Finger lässt. “ Der Verdacht liege nahe, dass die jüngsten Flugzeugkatastrophen in Sizilien, Griechenland, Venezuela und Peru auch auf den Tarifverfall in der Luftfahrtbranche zurückzuführen sind.

Deshalb fordert der VC-Präsident eine „offene Kritik-Kultur“ innerhalb seiner Branche – sonst ließen sich auch keine Mängel aufdecken. Reagiere das Management auf Kritik mit Gegendruck, würden andererseits „Mängel vertuscht“.

Selbst die Deutsche Lufthansa (LH), die sich bislang zu Sicherheitsthemen wenig äußerte, mischt sich nun in die aufkeimende Diskussion ein. „Einige Fluggesellschaften“ hätten beim Dämpfen der Kosten „die Spirale überdreht“, vermutet LH-Bereichsvorstand Carsten Spohr. Eine „Schwarze Liste“ für schlampende Airlines, wie von der EU-Kommission gefordert, lehne sein Haus aber ab. Das könne nur „ein Element“ sein im Kampf gegen den Sparkurs im Luftverkehr.

Dass das dicke Ende erst noch kommt, steht für Fachleute wie van Beveren inzwischen fest. Es sei „nur eine Frage der Zeit“, bis auch in Deutschland ein Billigflieger vom Himmel fällt, prophezeit der Gutachter, der seit 20 die Luftfahrt beobachtet.

Die vielen Katastrophen der vergangenen Wochen sind teilweise aber auch saisonbedingt: Bis auf den letzten Platz ausgelastete Jets haben ein fünfmal höheres Absturzrisiko als durchschnittlich belegte Fluggeräte. Passagen außerhalb der Ferienzeit, analysiert der amerikanische Sicherheitsforscher Arnold Barnett, seien „nicht nur günstiger, sondern auch sicherer. “

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Wellness-Urlaub ist in

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   Dabei läuft offenbar die Türkei Österreich als einem der klassischen Wellness-Ziele den Rang ab. Bei Deutschlands größtem Reiseveranstalter zumindest ist das Land - hinter der Bundesrepublik und Spanien – bereits das drittwichtigste Zielgebiet.

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