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Ungeimpft und fern der Heimat

Spontanurlauber sind oft leichtsinnig / „Damit gehen sie ein Risiko ein“

Frankfurt am Main (tdt) - Wer auf den letzten Drücker den Ferienkoffer packt, hat meist anderes im Sinn als in den Impfpass zu schauen – wenn sich das gelbe Büchlein auf Anhieb überhaupt findet. Das kann bei Fernreisen fatale Folgen haben – krank sein droht.

„Die meisten Last Minute-Kunden“ ließen sich nicht impfen, sagt Professor Robert Steffen, Leiter des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich. „Damit gehen sie ein Risiko ein“. Der Wissenschaftler weiß, wovon er spricht: Mehr als 150 000 Flugtouristen hat der renommierte Reisemediziner in den vergangenen 25 Jahren untersucht.

Auch das Deutsche Grüne Kreuz warnt unermüdlich, wenn Touristen ohne Impfung in die Ferne fliegen. Hepatitis A beispielsweise sei „heute eine echte Reisekrankheit“, sagt Burghard Stück, Ehrenpräsident der in Marburg ansässigen Gesundheitsorganisation. „Nicht zuletzt, weil Menschen immer kurzfristiger verreisen und sich nicht schützen. “

Allein im ägyptischen Hurghada steckten sich vergangenes Jahr auf einen Schlag 350 Urlauber mit Hepatitis A an, darunter 271 Deutsche. Insgesamt wurden 2004 hierzulande knapp 2000 Neuinfektionen bekannt. „Absolut überflüssig“, so Stück. Dazu kehrten 819 Urlauber mit Malaria nach Hause zurück, auch wurden 82 Typhus-Erkrankungen notiert.

Wie berechtigt solche Warnungen sind, verdeutlichen auch Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Jeden zweiten Urlauber plagt nach einer Reise ein Gesundheitsproblem - jeder Zwölfte muss sogar zum Arzt.

Reiseanbieter nehmen solche Hinweise zwar zur Kenntnis – verweisen aber auch darauf, dass sie bei Gesundheitsfragen überfordert sind. Reiseverkäufer seien schließlich „keine Fachärzte“, sagt Christina Helmle vom Marktführer L’Tur, der jährlich fast 750 000 Spontanurlauber als Kunden zählt. Man empfehle gerne aber den nächst gelegenen Spezialisten für Impfwesen oder Tropenkrankheiten.

Dass Last-Minute-Anbieter - sie verkaufen jede dritte Reise nach Übersee oder in ein Land der so genannten Dritten Welt – eher verhalten auf die Gefahren mangelnden Impfschutzes hinweisen, hat einen Grund: Diskussionen über mögliche Krankheiten bremsen die Reiselust.

Zum anderen gibt es aber auch keine eindeutigen Vorschriften. Reisebüros und Reiseveranstalter müssten lediglich „über die Einreisebestimmungen und auf gesundheitspolizeiliche Formalitäten hinweisen“, so Professor Roland Schmid, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Reiserecht.

Außerdem sei es so, dass Reisende eine Mitschuld trifft, wenn sie sich nicht ausreichend informieren. Schließlich gebe es mittlerweile genügend Informationsquellen.

Insgesamt haben 2004 mehr als drei Million Deutsche Last Minute-Urlaub gebucht, wobei der Abflug oft nur drei bis fünf Tage nach der Reiseentscheidung erfolgte. Da bleibe meist „gar keine Zeit mehr für die Gesundheitsvorsorge“, beobachtete Reisemediziner Steffen.

Sind Urlauber zu nachlässig, riskieren sie mitunter sogar ihren Urlaub. Wer beispielsweise bei der Einreise in einige Staaten Lateinamerikas oder Afrikas nicht eine mindestens zehn Tage alte Immunisierung gegen Gelbfieber nachweist, wird in der Regel abgewiesen.

Tages-Thema

Wellness-Urlaub ist in

 Hannover (tdt) – Fitnessferien sind der Renner auf dem Reisemarkt: 2012 werden bundesweit mehr als fünf Millionen Wellness-Reisen im Wert von über einer Milliarde Euro gebucht. 2020 sollen es dann bereits 6,8 Millionen Arrangements sein. Diese nun von TUI vorgelegte Prognose basiert auf Zahlen des Deutschen Wellness Verbandes, der Gesellschaft für Konsumforschung und des Instituts für Freizeitwirtschaft.

   Dabei läuft offenbar die Türkei Österreich als einem der klassischen Wellness-Ziele den Rang ab. Bei Deutschlands größtem Reiseveranstalter zumindest ist das Land - hinter der Bundesrepublik und Spanien – bereits das drittwichtigste Zielgebiet.

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