Teure Extras
Was Sportgepäck im Ferienflieger kostet / Oft teurer als das Ticket
Frankfurt am Main (tdt) - Am Anfang stand der Taschenrechner. Nick König, Surfer aus Schöneck, wollte mit seinem Brett nach Mallorca. Der 26-jährige Student verglich die Kosten von Billigfliegern und Charter-Airlines – und wunderte sich nur noch.
Zwar machten viele Fluggesellschaften mit ihren Billig-Tickets „Mordsreklame“, ärgerte sich der angehende Sportlehrer. „Doch dann langen sie beim Extragepäck zu. “
Richtig günstig ist eigentlich nur das Angebot der – bereits ab 15 Euro fliegenden - DBA (01805/35 93 22, www. flydba. com): Jeder Fluggast darf bei der Münchner Billigfluglinie ohne Aufpreis zweimal 32 Kilo Gepäck mitnehmen – also 64 Kilo insgesamt. Das reicht ohne Probleme für einen großen Koffer plus Golfbag, oder Koffer plus Fahrrad oder Surfausrüstung. Dabei ist - außer bei „extrem sperrigen“ Gegenständen wie etwa einem Surfbrett - nicht einmal eine Voranmeldung erforderlich.
Auch die Praxis bei Air Berlin (01805/73 78 00, www. airberlin. de) ist kundenfreundlich: Bei Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft – Tickets gibt es ab 29 Euro - sind Sportgegenstände bis 30 Kilogramm grundsätzlich frei. Lediglich Fahrräder und Surfbretter gelten als Sperrgepäck - und müssen extra bezahlt und angemeldet werden. Das Velo schlägt mit 20 Euro pro Strecke zu Buche, für ein Brett mit Mast sind 25 Euro pro Passage hinzulegen.
HLX (01805/09 35 09, www. hlx. com), ab 19,99 Euro unterwegs, berechnet für Sportgepäck bis 30 Kilogramm dagegen pauschal zehn Euro. Dabei ist jedoch egal, ob die Passagiere Golftasche, Fahrrad, Surfbrett oder Tauchgepäck mitnehmen. „Wichtig ist nur“, so Geschäftsführer Roland Keppler, „dass zusätzliche Gepäckstücke vorher angemeldet werden. “
Ryanair (0190/17 01 00, www. ryanair. com) dagegen kassiert generell für jedes Stück Sportgepäck – und zwar 25 Euro pro Strecke. Damit alles auch wirklich auf dem gebuchten Flug mitkommt, empfiehlt die irische Low Cost-Gesellschaft, die Tickets mitunter für einen Cent zuzüglich Steuern und Gebühren verschleudert, das Zusatzgepäck gleich beim Ticketkauf mit anzumelden.
Auch bei Germanwings (01805/95 58 55, www. germanwings. de), die Flugscheine ab 19 Euro verkauft, laufen vergleichsweise hohe Zusatzkosten auf: Bis auf die Golfausrüstung, die 20 Euro kostet, verlangt die Fluglinie für jedes Sportgepäck 25 Euro. Bei Surfmaterial gilt es dabei zusätzlich zu beachten, dass „Bretter nicht länger als 210 Zentimeter sein dürfen“. Weiter muss jedes Sportgepäck spätestens zwei Tage vor Abflug angemeldet werden.
Bei den großen Ferienfliegern hat Hapagfly (01805/75 75 10, www. hapagfly. de) in punkto Sportgepäck den besten Service: Der Charterflieger der TUI, der Tickets ab 29 Euro ausstellt, nimmt nur für Fahrräder (20 Euro pro Strecke) und Surfbretter (25 Euro) einen Aufpreis. Allerdings muss Sportgepäck generell bei der Buchung angemeldet werden.
Thomas Cooks Charterflieger Condor (0180/576 77 57, www. condor. de) – Einzelflüge sind ab 29 Euro buchbar - macht die Kosten für den Transport von der Flugzeit abhängig. So kostet ein Fahrrad auf Strecken von bis zu sechs Stunden Flugzeit 25 Euro, und ein Surfbrettt 30 Euro. Anderes Sportgepäck wie beispielsweise Golftaschen sind bis 30 Kilogramm gratis - und werden ohne Voranmeldung mitgenommen. Ab sechs Stunden Flugzeit werden für Fahrräder 30 Euro und für Surfbretter 40 Euro fällig. Anderes Sportgepäck ist bis 30 Kilo frei - ohne Voranmeldung.
Am meisten bezahlen Reisende, die LTU (0211/941 88 88, www. ltu. de) buchen: Die Düsseldorfer Ferienflieger, deren günstigsten Flugscheine 44 Euro kosten, nehmen jeweils 30 Euro für die Golfausrüstung und das Fahrrad, und 50 Euro für das Surfbrett – pro Strecke. Lediglich das Tauchgepäck kommt gratis mit.